Die Adventszeit und die letzten Tage des Jahres sind für viele von uns eine willkommene Gelegenheit, Zeit mit der Familie zu verbringen, zu uns selbst zu finden und die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen.
Andere jedoch halten dies für spirituellen Mist und verbringen lieber diverse Stunden damit möglichst viele Tischtennisturniere im Umkreis abzugrasen.

Während dies bei den meisten Blau-Weißen – wie auch dem Verfasser dieser Zeilen – diesmal eher mäßig erfolgreich war, konnte einer die starke Form der letzten Ligaspiele in die Winterpause retten. Die Rede ist von unserem „weißen Chinesen“ Ken-I-Oh, der in den vergangenen Wochen in insgesamt fünf Turnierklassen startete und dabei jedes Mal das Finale erreichte!

Dabei verlief der Start nicht unbedingt nach Maß: Beim Niesen Advents Cup in Leverkusen verlor er gleich sein zweites Gruppenspiel und duselte sich mehr schlecht als recht in die KO-Phase, konnte sich dort aber von Spiel zu Spiel steigern und sich im Finale gegen den bosnischen Youngster Toni-Ivano Ramljak für die Niederlage in der Gruppenphase revanchieren. Zudem gewann er zusammen mit Janos auch noch die Doppelkonkurrenz, wobei er dabei des öfteren alleine gegen drei Gegner und dennoch nicht zu stoppen war.

Nur eine Woche später präsentierte er sich bei unseren Stadtmeisterschaften ebenfalls in starker Verfassung. Während am Samstag in der Team-4000-Konkurrenz Daniel Porten und Sebastian Schog noch zu stark für ihn und Partner Janos waren und den beiden somit „nur“ Silber blieb, behielt er am Sonntag in der Einzel-2100-Klasse – abermals nach Startschwierigkeiten – seine weiße Weste und holte sich mit einem Finalerfolg über Yannic Lennertz (SuS Borussia Brand) den Stadtmeistertitel.

Die Fans standen natürlich schon Schlange und unglücklicherweise sorgte sich auch schon seine Familie, dass ihm der Ruhm bei weiteren Erfolgen zu Kopf steigen könnte, sodass sie ihn lieber über die Feiertage einsperrte und mit allerlei Köstlichkeiten vollstopfte.
Damit wären dann auch schon die Schuldigen ermittelt, wenn es gilt die Geschehnisse beim Glehner Neujahrsturnier zu evaluieren.

Denn auch hier schickte sich Ken an die Siegesserie fortzusetzen und den dritten Einzelsieg binnen 19 Tagen einzufahren. Doch urplötzlich – die 1:0 Satzführung im Finale gegen Jörn Kampf (ESV BR Bonn) war gerade erst unter Dach und Fach gebracht – wendete sich das Blatt. Ken musste all den Plätzchen, dem kiloweise verspeisten Raclette und dem fetten Gänsebraten Tribut zollen und fiel körperlich wie spielerisch in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Mit Müh und Not schaffte er sich gerade noch, Kampf zum Sieg zu gratulieren und – sichtlich gerädert – die Glückwünsche zu Platz 2 entgegen zu nehmen.

Welch ein unwürdiges Ende einer wahrlich respektablen Serie, zu der wir an dieser Stelle dennoch herzlich gratulieren wollen!

Wünschenswert wäre es natürlich, wenn Du Deine Form auch in der Rückserie zu Gunsten unserer ersten Mannschaft an den Tisch bringen könntest und diese dann auch noch etwas länger anhalten möge – das nächste Familienfest kommt ja schließlich erst Ende April! 🙂